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Menschen ohne Wohnung

Arbeitsgemeinschaft Sozialpädagogisches Praktikum – „Menschen ohne Wohnung“

Hinsehen

1993/94 beschäftigen sich Schüler des Leistungskurses Sozialkunde 11 mit dem Thema: „Randgruppen der Gesellschaft“. Sie verfolgen die Situation der Wohnungslosen in Koblenz und erstellen eine Fotodokumentation über das „Leben auf Platte“ Erkennen

Aus diesem Projekt heraus entsteht die Idee, eine dauerhafte Hilfe für die Obdachlosen anzubieten: Der anstehende Adventsbasar bietet dann die Gelegenheit, das Thema mit einer Podiumsdiskussion, einer Ausstellung und Theater in die Schulöffentlichkeit zu tragen. Aus dem Basar-Erlös werden der Gruppe 5.000 DM zur Verfügung gestellt. Es folgen Gespräche mit dem Leiter der Fachberatungsstelle der Caritas, die bislang nur vormittags geöffnet ist, über Möglichkeiten der Hilfe, mit dem Ergebnis, dass die Schülerinnen und Schüler den „Montagstreff“ einrichten. Die Räumlichkeiten der Fachberatungsstelle werden montags von 14–17 Uhr offen gehalten. Bei Kaffee, Kuchen und Broten wird mit den Besuchern der Einrichtung gespielt oder auch einfach nur geredet.

Handeln

Zum Schuljahr 1994/95 wird aus der informellen Gruppe die Arbeitsgemeinschaft „Sozialpädagogisches Praktikum - Menschen ohne Wohnung“. Die AG erreicht bei der CARITAS die Einrichtung einer Zivi-Stelle für das Projekt, so dass der „Treff“ nun montags bis donnerstags geöffnet werden kann. Ab dem 27.11.1994 hält die AG das Cafe „MOW“ auch Sonntags offen, bietet ein warmes Mittagessen ( vom einfachen Eintopf bis zum kompletten Menu– je nach den Fähigkeiten der „Köchinnen“ und „Köche“) an.

Am 1. Weihnachtsfeiertag 1994 veranstalten die Schüler in den Räumen des Cafe „MoW“ eine Weihnachtsfeier, die auf so große Resonanz stößt, dass sie seither jährlich stattfindet. Zur Feier gehören ein Gottesdienst zur Eröffnung, ein ausgiebiges Frühstück und Festmenu, eine Tombola, für die die Schülerinnen und Schüler vorher die Koblenzer Geschäfte abklappern und stets eine ganze Menge nützlicher Preise erhalten, und natürlich zum Abschluss eine Bescherung.

Eine personell bessere Ausstattung der Einrichtung durch die CARITAS selbst und der vermehrte Nachmittagsunterricht führen dazu, dass die AG sich inzwischen auf die Sonn- und Feiertage konzentriert. Seit einigen Jahren lädt die AG die von ihr betreuten Menschen zu Beginn eines jeden Schuljahres zum Grillfest auf den Schulhof ein, eine Aktion, die die Bindung zwischen Schule und den Besuchern des Cafe „MoW“ ganz entscheidend stärkt. 

Menschen ohne WohnungFinanzierung

Die AG finanziert ihre Arbeit im Wesentlichen aus dem Erlös des jährlichen Advents-Basars der Schule (4.500 €). Der Betrag reicht jedoch nicht, um den jährlichen Finanzbedarf zu decken (im Durchschnitt 7.500 €), wenn Sonderaktionen durchgeführt werden, auch mehr). Deshalb hat sich die AG eine Reihe von weiteren Finanzierungsquellen geschaffen, wie die Einpackaktion vor Weihnachten, den Verkauf von Waffeln und Glühwein beim Offenen Singen, die Teilnahme an Wettbewerben und Benefiz-Veranstaltungen und Spenden, z.B. der Urbarer Sternsinger.

Ziele/Ergebnisse

Das Cafe „MOW“ ist ein Treffpunkt für wohnungslose Menschen, damit sie nicht allein und ausgegrenzt auf der Straße sind, sondern bei Kälte und Regen ein Dach über dem Kopf haben, gesellschaftliche Akzeptanz erfahren und die Chance haben aus ihrer schlechten Lebenssituation heraus zu kommen und wieder in die Gesellschaft integriert zu werden. Sie erfahren, dass es Menschen gibt, denen sie nicht egal sind und die sich um sie kümmern.

Die Schülerinnen und Schüler lernen Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam hilfsbedürftigen Menschen nach dem Motto „hinsehen & handeln“ zu helfen, und trage so zu etwas mehr Menschlichkeit in der Gesellschaft bei.
Das Team vor dem Cafe MOWSie lernen selbst Initiative zu ergreifen, gemeinsam zu planen und Gelder zur Finanzierung des Projektes aufzutreiben, damit es fortbestehen kann.

Sie bekommen einen tiefen Einblick in menschliche Schicksale und Lebensläufe und gewinnen so zumindest indirekt Lebenserfahrung. Sie lernen eine ganze Menge über unseren Sozialstaat und darüber, dass das soziale Netz für die einen in der Tat auch „Hängematte“ ist, für andere jedoch immer noch zu weitmaschig gestrickt ist.